ALLES ÜBER BRUSTVERGRÖSSERUNGEN

Die Brustvergrößerung ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Brust der Patientinnen mithilfe von Silikonimplantaten vergrößert wird. Es handelt sich um den am häufigsten vorgenommenen ästhetischen chirurgischen Eingriff. Hinsichtlich der  Anzahl an durchgeführten Eingriffen steht Fabjan an vierter Stelle in Europa, da wir im Rahmen unserer langjährigen Tradition bereits mehr als 2500 Eingriffe durchgeführt haben. Die ästhetische Chirurgie und Rekonstruktionschirurgie der Brust ist ein komplexer und auch psychologischer Bereich der Medizin, bei dem die Patientinnen vor einer Reihe von Fragen und Zweifeln stehen. Die häufigsten und wichtigsten sind in den unten aufgeführten Antworten, die den behandelten Bereich ganzheitlich beschreiben, zusammengefasst.

Welches ist die häufigste falsche Vorstellung hinsichtlich Brustvergrößerungen?
Die Öffentlichkeit (vor allem Männer) ist der Auffassung, dass eine Brustvergrößerung vor allem bedeutet, dass aus durchschnittlich aussehenden Frauen „Sexbomben“ gemacht werden. Das ist sehr weit von der Wahrheit entfernt!
Die meisten unserer Patientinnen haben fast keine oder sehr kleine Brüste. Das Ergebnis des Eingriffs sind also normal große Brüste, die den Körperverhältnissen entsprechen. Nach dem Eingriff haben die Patientinnen am häufigsten die BH-Größe 3 (C), jedoch nie größer als 4 (D).

Welche Ziele versuchen wir mit einer Brustoperation zu erreichen?
In den meisten Fällen versuchen wir, zwei Wünsche gleichzeitig zu erfüllen: Betrachtet man den nackten Körper, so sind natürlich aussehende und weiche Brüste mit natürlicher symmetrischer Form ohne sichtbare Narben und Spuren der Implantation am wichtigsten. Diese Anforderungen sind für das Sexualleben der Patientinnen von Bedeutung. Eine natürliche Form hat hierbei Priorität vor der Größe. Auf der anderen Seite haben wir in 90 % unserer Zeit Kontakt mit anderen Personen, wenn wir angezogen sind. Hierbei spielt die Größe der Brust eventuell eine größere Rolle. Durch eine geeignete Brustgröße wird also unter Berücksichtigung des entsprechenden Verhältnisses (Umfang der Hüfte, des Brustkorbs, Körpergröße) eine weibliche Figur für den Alltag geschaffen.

Wesentliche Entscheidung: Möchten wir „nackte“ oder „angezogene“ Brüste?
Die meisten Patientinnen streben nach beiden Zielen, müssen sich aber entscheiden, ob eine natürliche, nackte Brust oder die Größe der angezogenen Brust wichtiger ist. Nehmen wir zum Beispiel eine Frau, bei der es nicht genügend Gewebe zur Überdeckung der Drüsen gibt, um eine ausreichend große und den Körperverhältnissen entsprechende natürliche Brust zu gestalten. Sie muss die Entscheidung treffen, ob sie kleinere, natürlichere Brüste möchte, die aber gleichzeitig zu klein für ihre Figur sind, oder ob größere Implantate für perfekte Körperverhältnisse eingesetzt werden sollten, wobei gleichzeitig das Risiko besteht, dass ein Teil der Prothese am nacktem Körper sichtbar sein wird. Oft wird ein Kompromiss geschlossen.

Was sind die psychophysischen Vorteile von Brustimplantaten?
Die Vorteile sind vor allem psychischer Natur. Bei Frauen mit kleinen Bürsten ändert sich ihr Selbstbild von Grund auf, sie fühlen sich ganzheitlicher, perfekter, weiblicher. Frauen, die eine Brust infolge einer Krebserkrankung verloren haben, überwinden dadurch das Gefühl, körperlich behindert oder krank zu sein. Ein ähnliches positives Resultat wird auch bei äußerst kleinen Brüsten erreicht. Auch junge Mütter mit hängenden Brüsten wünschen sich erneut die Brüste zurück, die sie vor der Geburt hatten.

Wie zufrieden sind Frauen mit den eingesetzten Implantaten?
Es wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die gezeigt haben, dass 80-90% der Frauen mit den Resultaten der Operation zufrieden sind. Diese Frauen würden sich erneut für denselben Eingriff entscheiden. Dies ist das stärkste Argument für ihre Zufriedenheit. Bei unzufriedenen Frauen liegt der Grund hierfür meistens in zu großen oder unrealistische Erwartungen, obwohl sie umfassend aufgeklärt wurden.

Wie sehen perfekte Brüste aus?
Sie sind der Figur entsprechend groß, haben eine natürliche Form, keine Narben, sind symmetrisch und natürlich weich, und der Rand des Implantats ist nicht zu sehen. Gleichzeitig kann jedoch nicht immer alles erreicht werden, was der Patientin unter Berücksichtigung ihres Falles vor dem Eingriff erklärt wurde.

Was ist, wenn keine idealen Brüste versprochen werden können?
Wenn perfekte Brüste auf chirurgischem Wege nicht gewährleistet werden können, müssen die Erwartungen auf ein realistisches Niveau heruntergeschraubt werden. Eine hierauf vorbereitete Patientin hat sehr gute Chancen, mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Falls die Patientin dies aber nicht akzeptieren kann, ist es besser, den Eingriff abzulehnen.

 

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Wer entscheidet sich am häufigsten für einen Eingriff an den Brüsten?
Die erste große Gruppe sind erwachsene Frauen mit sehr kleinen Brüsten, die sich erst nach der Operation für wirklich weiblich halten. Die andere Gruppe sind junge Mütter nach der Geburt mit hängenden oder schlaffen Brüsten. Nach der Geburt oder beim Stillen wird ihr Körper durch eine gesunde Lebensweise (Ernährung und Sport) zwar wieder geformt, doch für die Brüste benötigen sie die Hilfe eines ästhetischen Chirurgen.

Welche Implantate stehen zur Verfügung? Womit sind sie gefüllt?
In der Regel unterscheiden wir zwischen zwei Typen von Implantaten. Beide bestehen aus einer Silikonhülle, d. h. das Silikon ist in Kontakt mit dem Gewebe. Bei fixen Implantaten ist die Größe seitens des Herstellers festgelegt. Das Implantat ist mit Silikongel oder isotonischer Kochsalzlösung gefüllt. Die andere Art der Implantate kann während der Operation zusätzlich befüllt werden, nachdem sie eingesetzt wurden. In der Regel werden sie mit isotonischer Kochsalzlösung befüllt, d. h. mit sterilem Wasser mit 0,9 % gelöstem Kochsalz, was für den Organismus unbedenklich ist, falls das Implantat platzt. Der Vorteil von mit Silikon gefüllten Implantaten ist die größere Ähnlichkeit mit dem Gewebe der Brust. Somit fühlen sich Berührungen natürlicher an und die Frau hat selbst ein besseres Gefühl.
Die Vorteile von mit isotonischer Kochsalzlösung gefüllten Implantaten liegen darin, dass diese für den Körper unbedenklich sind, wenn die Lösung die Wand des Implantats durchdringt. Der Nachteil ist jedoch, dass Wasser dem Gewebe der Brust weniger ähnlich ist und die Patientin das Implantat mehr fühlt und es sich bei Berührungen anders anfühlt. Auch das Risiko, dass das Implantat platzt, ist höher.
Die Oberfläche der Implantate ist glatt oder etwas rau. Diejenigen mit rauer Oberfläche werden erfahrungsgemäß vom Körper besser akzeptiert, wobei das Risiko einer zu stark ausgeprägten Hülle oder einer späteren Bewegung des Implantats kleiner ist. In den letzten Jahren verwenden wir meistens Implantate mit rauer Oberfläche, die mit einem Kohäsiv-Gel gefüllt sind – einem Stoff, der seine Form beibehält und nicht flüssig ist. Auch wenn das Implantat platzt, fließt sein Inhalt nicht heraus.

Einsetzung unterhalb oder oberhalb des Muskels?
Das Implantat kann unterhalb oder oberhalb (unter der Drüse) des Brustmuskels eingesetzt werden. Manchmal wird in diesem Fall auch die Muskelhülle angehoben, damit die Überdeckung gestärkt wird. Das Einsetzen unterhalb des Muskels wird vor allem dann empfohlen, wenn die Menge des Drüsengewebes sehr klein und die Unterhaut sehr dünn ist (die Hautfalte am Brustkorb ist dünner als 2 cm), damit der Rand des Implantats schlechter sichtbar oder spürbar ist, da eine Einsetzung unterhalb des Muskels eine dickere Überdeckung des Implantats bedeutet. In diesem Fall ist auch der Anteil einer zu stark ausgeprägten Hülle (Kapsel) niedriger. Der Muskel überdeckt nur die obere Hälfte des Implantats (Dekolleté), wobei bei sehr schlanken Patientinnen nur der untere Teil mit Haut überdeckt wird. Dabei kann der Rand des Implantats auch am unteren und äußeren Teil bei den Achseln sichtbar sein.
Der Nachteil der Einsetzung unterhalb des Muskels sind stärkere Schmerzen ein paar Tage nach dem Eingriff, eingeschränkte körperliche Aktivitäten, da der Brustmuskel das Implantat bewegen oder permanent drehen kann (in den ersten Wochen nach dem Eingriff). Danach kann dies nur vorübergehend passieren – was sich bei bestimmten Bewegungen äußert. Bei hängenden Brüsten muss eine Einsetzung unterhalb des Muskels in der Regel mit dem Anheben der Brüste kombiniert werden, was eine sichtbare Narbe senkrecht unter dem Warzenhof bedeutet.

Wann oberhalb des Muskels?
Oberhalb des Muskels kann das Implantat eingesetzt werden, wenn das Drüsengewebe und die Unterhaut das Implantat ausreichend auf natürliche Weise überdecken können. Nach der Operation treten weniger Schmerzen auf und die körperlichen Aktivitäten werden nicht gestört. Bei dieser Methode besteht eine größere Möglichkeit einer zu ausgeprägten Hülle, da bei Körpergewichtsverlust der Rand des Implantats sichtbar werden kann.

Ist ein Brustimplantat ein Fremdkörper?
Jedes Brustimplantat ist für den Körper ein Fremdkörper, wobei der Körper auf dessen Hülle reagiert. Diese Reaktion ist bei manchen Patientinnen stärker (bei ca. 5 % der Patientinnen), wobei die Brust selbstständig umgeformt werden und härter und runder sein kann. Die Hülle ist jedoch nicht gefährlich für die Gesundheit und kann mit einem chirurgischen Eingriff entfernt werden, falls sie die Patientin stört. Leider können wir nicht voraussehen, bei welchen Patientinnen dies passieren wird. In zehn Jahren nach dem Eingriff kommt eine Kapsel in 15-20 % der Fälle vor.

Was kann man gegen eine ausgeprägte Hülle unternehmen?
Wir führen eine spezielle Massage (auch länger als ein Jahr lang) sowie eine Ultraschalltherapie durch. Falls wir hierbei erfolglos sind (bei 1 % der operierten Personen), wird mit einer erneuten Operation die Prothese entfernt und durch eine neue ersetzt, die unterhalb des Muskels eingesetzt wird, wo die Möglichkeit für ein erneutes Auftreten der Hülle kleiner ist.

Was ist mit der postoperativen Narbe?
Jede Brustvergrößerung mit Brustimplantaten bedeutet eine Narbe. Die Größe und Sichtbarkeit der Narbe hängen von der Methode und dem Ansatz ab. In der Regel wird eine Inzision durch die Falte unter der Brust oder halbkreisförmig in der unteren Hälfte der Brustwarze vorgenommen, die wegen der kleineren Verletzung und einer geringer ausgeprägten Manipulation der Prothese mit weniger Komplikationen verbunden sind.

Ist auch eine Brustvergrößerung durch den Bauchnabel möglich?
Eine solche Einsetzung des Implantats ist eine gefährliche und unpräzise Methode und wird nicht vorgenommen.

Ist während der Lebenszeit noch eine zweite Operation notwendig?
Die Patientin erhält eine lebenslange Garantie, falls die Prothese platzt. Laut einer Studie sind 85 % der Patientinnen mit den Resultaten zufrieden. 15 % der Patientinnen wurden nach einigen Jahren aus verschiedenen Gründen (zu ausgeprägte Hülle, Wunsch nach einem größeren Implantat, Bewegung des Implantats usw.) erneut operiert.

Tropfenartige oder runde Implantate?
Es werden zwei Formen von Implantaten verwendet, d. h. runde und tropfenförmige (anatomische). Der wichtigste Vorteil des tropfenförmigen Implantats ist, dass die Brust natürlicher aussieht. In der Praxis wurde jedoch festgestellt, dass sich das Endresultat nicht wesentlich von einem runden Implantat unterscheidet, weshalb wir uns oftmals für runde Implantate entscheiden. Runde Implantate sind mit weniger Komplikationen verbunden, da sich bei einer etwaigen Rotation des Implantats die Form der Brust nicht verändert. Und darüber hinaus sind sie auch billiger. Bei einer Einsetzung unterhalb des Muskels erzielen wir mit einem runden Implantat in der Regel eine natürliche Form. Eine Einsetzung unterhalb der Drüse verlangt oftmals ein tropfenartiges Implantat.

Wie groß ist die Hauttasche und für welche Operation sollte man sich entscheiden?
Oftmals haben Frauen (vor allem junge Mütter) schlaffe Brüste, weshalb diese gleichzeitig angehoben und vergrößert werden müssen. Die benötigte Kombination von Inzisionen hängt von dem Zustand der Brüste und den Wünschen der Patientin ab.
Wenn bei der Patientin genügend Drüsengewebe für die BH-Größe B (Nr. 2) vorhanden ist und sich eine Vergrößerung um eine Stufe wünscht, d. h. auf C (Nr. 3), und falls die Brüste nicht zu stark hängen (der Abstand zwischen der Brustwarze und der Falte unter der Brust ist kleiner als 6 cm), können die Brüste nur durch Ausschneiden der Haut um den Warzenhof herum angehoben werden, wodurch die Brust angehoben und das Implantat zur Vergrößerung eingesetzt wird. In diesem Fall entsteht um den Warzenhof herum eine Narbe. Bei einer Einsetzung unterhalb der Drüse eignet sich eine tropfenartige Prothese besser. Bei einer Einsetzung unter dem Muskel garantiert aber auch eine runde Prothese ein natürliches Aussehen. Natürlich ist auch die Dicke des Unterhautgewebes von Bedeutung. Falls sich die Patientin eine größere Prothese wünscht, kann auch eine Inzision in der Falte unterhalb der Brust oder lediglich eine halbkreisförmige Inzision im unteren Teil des Warzenhofs vorgenommen werden. Größere Prothesen stellen im Prinzip ein größeres Risiko für Komplikationen dar (schnelleres Hängen der Brust aufgrund des größeren Gewichts, sichtbarer Rand der Prothese, Verlust des Gefühls an der Brust oder der Brustwarze).
Wenn die Brüste stärker hängen (der Abstand zwischen der Brustwarze und der Falte unterhalb der Brust ist größer als 6 oder 7 cm), müssen in Kombination mit der Vergrößerung der Brust um 1-2 Größen in der Regel die Brüste angehoben werden, was aber auch eine senkrechte Narbe bedeutet. Diese Narbe ist nach 2-3 Jahren weniger sichtbar, bleibt aber das ganze Leben lang vorhanden. Die Sichtbarkeit der Narbe hängt vor allem von der Reaktion der Haut und der Wundheilung ab. Bei Raucherinnen kann die Wundheilung wesentlich länger dauern (durch Studien belegt). Die Wunden können sich sogar ausdehnen, was eine größere Narbe bedeutet. Aus diesem Grund wird Raucherinnen von solchen Operationen abgeraten, bis sie mit dem Rauchen aufhören. In den USA wird sogar routinemäßig das Nikotin-Niveau im Blut gemessen, um zu überprüfen, ob die Patientin tatsächlich mit dem Rauchen aufgehört hat.

Form wichtiger als Größe?
Die meisten Patientinnen sind zuerst nur an der Größe ihrer zukünftigen Brüste interessiert, nach der Operation widmen sie jedoch ihrer Form am meisten Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich dieser Tatsache bereits bei der Planung des Eingriffs bewusst zu sein. Es ist zwar wahr, dass sich die meisten eine „natürliche Form“ der Brüste wünschen, dies ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich.

Wie ist es mit der Asymmetrie der Brüste?
Alle Frauen haben asymmetrische Brüste, die nicht vollkommen identisch sind. Oft bedeutet eine Korrektur der Asymmetrie zusätzliche Narben. In den meisten Fällen ist eine kleinere Asymmetrie natürlicher als eine perfekte Symmetrie, die von Narben begleitet wird.

Welche Prothesen sind sicherer, tropfenförmige oder runde?
Hinsichtlich der Gesundheit sind beide gleich sicher. Runde Prothesen sind bei Patientinnen geeigneter, bei denen sich die Prothese dreht, da sich die Form der Brust dabei nicht verändert wie bei der tropfenförmigen Prothese, bei der in diesem Fall die Brust deformiert wird. Es kann nicht vorausgesehen werden, wann sich die Prothese drehen wird. Wir wissen aber, dass ein Entzündungsherd im Körper (normalerweise ein Zahngranulom) das Drehen der Prothese verursachen kann. Auch hormonelle Kontrazeptionen oder Hormonstörungen können diesen Zustand beeinflussen. Ebenso können Piercings Schwierigkeiten bereiten, weshalb wir empfehlen, diese 1 Woche vor dem Eingriff zu entfernen.

Ist Silikon für den menschlichen Körper sicher?
Silikon ist ein biologisches Material, das der menschliche Körper gut verträgt bzw. akzeptiert. Es löst keine Allergien oder Reaktionen aus und ist in der Medizin weit verbreitet. Jeder, der bereits ein Arzneimittel in Form von Kapseln mit einer Silikonhülle eingenommen hat, hat also auch Silikon eingenommen und ist somit mit ihm in Kontakt gekommen. Es ist in Arzneimitteln, in jeder Spritze usw. vorhanden. Dies bedeutet, dass mehr oder weniger jeder schon einmal mit Silikon in Kontakt gekommen ist.
Die stark verbreitete Anwendung von Silikon in der Medizin ist der beste Beweis dafür, wie unbedenklich es für den menschlichen Körper ist.

Was ist eine Kapsel und was können ihre Folgen sein?
Eine Kapsel ist die Hülle, die der Körper um das Implantat herum bildet (natürliche Reaktion auf einen Fremdkörper). In manchen Fällen ist diese Hülle zu ausgeprägt und schrumpft, wobei sie die Brust umformt und die Oberfläche der Prothese faltet. Infolge einer gefalteten Oberfläche des Implantats aufgrund der Hülle, die nicht vorhergesehen werden kann, kann das Implantat irgendwann im Leben sichtbar werden. Auch eine Reduzierung des Körpergewichts, bei der das Drüsengewebe und die Unterhaut über dem Implantat dünner werden, kann zu sichtbaren Rändern führen – d. h. zu Falten des Implantats, die vorher nicht sichtbar waren.

Bedeutet dies ein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit der Patientin?
Die Hülle ist eine natürliche Reaktion des Körpers und wird auch um synthetische Gelenke, Herzschrittmacher usw. herum geformt. Warum bei manchen Patientinnen eine größere Hülle gebildet wird, ist zurzeit noch unbekannt, stellt aber kein Gesundheitsrisiko dar.

Wie empfindet eine Frau diese Veränderungen?
Die Folgen sind bereits in den ersten Monaten nach dem Einsetzen sichtbar. Die Brust ist fester, rund, manchmal auch schmerzhaft. In den schlimmsten Fällen muss diese Hülle gelockert oder sogar entfernt werden. Bei dieser Operation wird das Implantat gleichzeitig unter den Brustmuskel implantiert, falls es vorher oberhalb des Muskels eingesetzt wurde. Die Patientin wurde bereits vor der ersten Operation über alle Möglichkeiten informiert worden, damit sie das entsprechende Implantat auswählen kann.

Was kann man unternehmen, wenn die Hülle erneut erscheint?
Im schlimmsten Fall wird das Implantat entfernt. Aber in mehr als 20 Jahren haben wir keinen Fall gehabt, bei dem wir infolge der erneuten Erscheinung der Hülle das Implantat entfernen mussten.

Wie kann die Entstehung der Hülle verhindert werden und hilft eine Massage?
Implantate mit rauer Oberfläche, die unter die Brustmuskel eingesetzt werden, verringern das Risiko. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass eine rechtzeitige und richtige Massage bei der Erweichung der Hülle helfen kann. Bei tropfenförmigen Prothesen sind wir vorsichtiger, da sich diese bewegen könnten.

Kann der Organismus die Prothese ablehnen?
Eine Ablehnung des Fremdkörpers hängt von allergischen Reaktionen und Immunreaktionen des Körpers auf organische Fremdkörper tierischer und pflanzlicher Herkunft ab. Silikon ist ein synthetisches biologisches Material und löst in diesem Sinne keine Ablehnungsreaktion aus, bzw. diese ist sehr selten. Nur im Falle eines Infekts muss die Prothese in der Regel vorübergehend entfernt werden (für 6 Monate), was aber nicht als eine Ablehnungsreaktion betrachtet werden kann. Gemäß unseren Statistiken treten bei weniger als 1 % der Fälle Infekte auf.

Was sind Kalziumablagerungen, die in der Hülle um die Prothese herum entstehen, und schaden sie der Gesundheit?
Dies sind Kalziumbestandteile, die selten auftreten und nicht gesundheitsschädlich sind. Sie können bei Röntgenuntersuchungen der Brust (Mammografie) stören, weshalb Sie den Arzt informieren müssen, dass sich in der Brust eine Prothese befindet. In diesem Fall wird er eine andere diagnostische Methode wählen (CT, US, MR…).

Können Brustimplantate die Empfindlichkeit der Brustwarzen beeinflussen?
Infolge der Operation können die Brustwarzen einige Monate lang empfindlicher sein, in seltenen Fällen jedoch auch permanent, abhängig von den anatomischen Umständen. Je größer das Implantat ist, desto größer ist die Möglichkeit von Nervenverletzungen.

Benötigen Frauen mit Brustimplantaten mammographische Kontrollen?
Sie benötigen diese genauso wie Frauen ohne Implantate. Darüber entscheidet der Arzt unter Berücksichtigung der Risikofaktoren der Patientin (Vorkommen von Krebs in der Familie, Anzahl von Schwangerschaften, gynäkologische Erkrankungen usw.). Frauen wird nach dem 40. Lebensjahr empfohlen, im Zentrum für Brusterkrankungen alle 1-2 Jahre eine Kontrolle durchführen zu lassen, in jedem Fall aber vor der Operation.

Wie lange halten Brustimplantate im Körper?
Silikonimplantate werden seit 1964 verwendet. Bis heute hat sich die Qualität der Implantate so stark weiterentwickelt, dass amerikanische Hersteller eine lebenslange Garantie geben, falls das Implantat platzen sollte.

Wie robust sind Brustimplantate?
Die Implantate sind für hohen Druck und wiederholte Belastungen geeignet, was durch Tests bewiesen wurde. Natürlich können sie bei sehr starkem Druck platzen – z. B. bei einem Autounfall. Bei der Mammographie müssen entsprechende Sonderprojektionen vorgenommen werden. Bisher liegen uns keine Daten vor, dass ein Implantat bei der Mammographie geplatzt ist.

Wie spürt die Patientin, dass die Prothese geplatzt hat? Sieht man das bei der Mammographie?
Jede Änderung der Form, Größe und des Gefühls kann bedeuten, dass das Implantat geplatzt ist. Es gibt mehrere Arten von Untersuchungen, mit denen festgestellt werden kann, ob das Implantat geplatzt ist. In 90 % der Fälle spürt die Patientin nicht, dass das Implantat geplatzt ist. Dies wird zumeist zufällig bei der Untersuchung festgestellt.

Was passiert, wenn das Implantat platzt?
Um jedes Implantat herum wird eine natürliche Hülle als normale Reaktion des Körpers auf einen Fremdkörper geformt. Diese Hülle verhindert die Ausbreitung des Silikons (oder eines anderen Inhalts) in das Gewebe der Brust. Nur bei sehr starkem Druck, der diese Hülle verletzen kann, kann das Silikon in das umgebende Gewebe ausfließen. Hier können Granulome geformt werden, die chirurgisch entfernt werden müssen, ansonsten aber der Gesundheit nicht schaden.
Mit einem Kohäsiv-Gel gefüllte Implantate fließen im Falle einer Verletzung nicht aus, weshalb man normalerweise nicht feststellt, ob sie geplatzt sind.

Ist das aus einem geplatzten Implantat ausfließende Silikon gefährlich für die Gesundheit?
In einigen Fällen, wenn die Implantate aus anderen Gründen entfernt worden sind, wurde ein geplatztes Implantat festgestellt, wobei aber das Silikon in der Hülle um das Implantat herum geblieben ist. Die Patientinnen hatten keine Beschwerden und haben nicht bemerkt, dass es geplatzt war. Also werden die meisten geplatzten Implantate gar nicht festgestellt, bereiten keine Schwierigkeiten und sind nicht schädlich für die Gesundheit. Wenn auch die Hülle platzt, kann jedoch eine Veränderung der Brustform bemerkt werden, weshalb es leichter ist, dies zu entdecken. In diesem Fall wird das Implantat ersetzt.

Ist das Stillen aus einer „Silikonbrust“ schädlich?
Studien haben gezeigt, dass Kinder, die Milch aus einer Kartonverpackung (bei der auf der Innenseite eine Silikonfolie angebracht ist) trinken, mehr Silikon aufnehmen als Kinder, die Muttermilch aus einer Silikonbrust trinken. Die meisten Operationen werden jedoch so durchgeführt, dass die Milchdrüse selbst nicht verletzt wird.

Können Silikonimplantate Krebserkrankungen an der Brust verursachen?
Die amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) gab 2006 die Anwendung von Silikonprothesen in den USA frei, da gemäß den Studien jegliche oben angeführten Zweifel und Bedenken entkräftet wurden.

Was ist die Meinung von Onkologen hinsichtlich Silikonimplantaten und Brustkrebs?
Auch Spezialisten, die ihre Karriere dem Brustkrebs gewidmet haben, haben im Rahmen von Studien bewiesen, dass Brustprothesen keinen Brustkrebs verursachen.

Kann der Körper eine allergische Reaktion auf Silikon entwickeln?
In mehr als 30 Jahren der Anwendung von Silikon in der Medizin ist kein Fall von Silikonallergie wissenschaftlich nachgewiesen worden, wobei bis heute nur ein Bericht über eine allergische Reaktion auf Silikon veröffentlicht wurde. Dies bedeutet also 1 Fall auf 1.000.000 operierte Patientinnen.

Welche anderen (sofortigen) Komplikationen sind bei der Einsetzung von Implantaten möglich?
Die gleichen wie bei jeder anderen Operation. Diese sind Infektionen, Blutungen, langsame Ausbreitung der Wunde, anästhesiologische Komplikationen.